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Home » Flug umbuchen in Corona Zeiten?

Schön langsam wollen wir alle endlich wieder reisen. Aber welches Reiseziel scheint aus momentaner Sicht schon sicher? Flugdatum, Reiseziel und Flugzeit müssen vor der Buchung feststehen, können sich aber Corona bedingt auch rasch ändern. Daher sollte man bereits VOR einer neuen Buchung genau vergleichen, was die Fluglinien bei einer Umbuchung verlangen, oder ob man überhaupt umbuchen kann. Wer einen Flug umbuchen will, muss mit Kosten rechnen. Diese Kosten sind natürlich bei jeder Fluglinie unterschiedlich und richten sich nach der Buchungsklasse, dem Zeitpunkt der Umbuchung und einem eventuell abgeschlossenen "Flex-Tarif". Seit der Corona Krise bieten aber fast alle Fluglinien bereits bei einer neuen Buchung eine oft einmalige kostenfreie Umbuchungsmöglichkeit an. Leider bedeutet das Schlagwort "kostenlose Umbuchung" nicht zwingend, dass bei dem neuen Flug keine Kosten zum ursprünglichen Ticketpreis draufzuzahlen sind. Denn oft ist nur die Umbuchung, also der Vorgang kostenlos. Das neue Flugticket kann wegen einer anderen Buchungsklasse rasch mehr kosten. Die Differenz muss man aufzahlen.

Da die Bestimmungen bei jeder Fluglinie unterschiedlich sind, wollen wir hier einen kurzen Überblick für einige Fluglinien geben. In Zeiten von Corona können sich Reisepläne rasch ändern, Flexibilität ist gefragt.

Buchungsklasse - Tarifklasse: warum wird der neue Flug immer teurer?

FairPlane News

Wenn Sie Ihren Flug umbuchen und dabei feststellen, dass Sie keinen Ersatz für Ihren Flug zum selben Preis finden, liegt das an der Buchungsklasse. Viele Fluglinien haben eigene Tarifbezeichnungen : Economy light, business saver, flex, family und so weiter. Als Kunde muss man erst einmal genau durchlesen, was diese Tarife bedeuten.

Denn wenn die ursprüngliche Buchungsklasse für den neu gebuchten Flug nicht mehr verfügbar ist, muss die Preisdifferenz zur nächsthöheren, verfügbaren Buchungsklasse gezahlt werden. Warum dabei meist immer ein viel höherer Ticketpreis für den Flug am Ende steht, lässt sich leicht erklären: Buchungsklassen gibt es so viele, wie Buchstaben im Alphabet, auf dem Flugticket ist die Buchungsklasse auch mit einem Buchstaben angeführt. Zur Verwirrung der Kunden und Kundinnen, um Preisentscheidungen undurchsichtig und gar nicht nachvollziehbar zu gestalten, wie es scheint. Die Buchungsklassen unterscheiden sich im Preis und in der Möglichkeit der Stornierung oder Umbuchung von Flügen. Die Fluglinie verkauft Tickets für dieselbe Beförderungsklasse zu unterschiedlichen Preisen beziehungsweise Tarifen. In der Regel gilt: Je höher der Flugpreis für eine Beförderungsklasse, desto flexibler sind die Bedingungen für eine Umbuchung, Stornierung oder die Möglichkeit für ein Upgrade für den Fluggast. Je preiswerter eine Buchungsklasse ist, desto unflexibler sind die Bedingungen für Umbuchung oder Storno von Flügen. Genau durch diesen Umstand passiert es, dass Fluggäste im selben Flug auf der selben Flugstrecke höchst unterschiedliche Preise für Ihr Ticket bezahlt haben.

Leider bleibt die Buchungsklasse bei der Buchung selbst unsichtbar, sie erscheint erst auf dem Ticket selbst.

Gutschein statt Umbuchung bei Stornierung ?

Wenn die Fluggesellschaft den Flug selbst storniert, ist Vorsicht geboten. So manche Fluggesellschaft wirbt in Coronavirus Zeiten für erhöhte Flexibilität beim Reisen durch das Annehmen von Gutscheinen, statt einer Ticketkostenrückerstattung oder Umbuchung. Oft wird sogar noch ein zusätzlicher Bonus bei der Annahme eines Gutscheins gewährt. Aber Vorsicht! Sie sind nicht zur Annahme eines Gutscheins verpflichtet. Der Gutschein ist nur für eine Fluglinie gültig. Sie können daher nicht von den Flugprisen von anderen, vielleicht günstigeren Anbietern profitieren.

Sollte die Fluglinie in die Insolvenz schlittern, ist Ihr Gutschein wertlos. Laut EU Fluggastrechteverordnung 261/2004 ist die Fluglinie, wenn sie Ihren Flug storniert, dazu verpflichtet Ihnen die Ticketkosten innerhalb von 7 Tagen zurückzuzahlen, ODER eine kostenfreie Ersatzbeförderung anzubieten. Juristische Info: EU-VO 261/2004 Artikel 8: Anspruch auf Erstattung oder anderweitige Beförderung

Flug umbuchen Lufthansa

Lufthansa ermöglicht eine Umbuchung für bestehende, neu gebuchte und annullierte Flüge. Dabei können zusätzliche Kosten anfallen. Wenn der umgebuchte Flug beispielsweise in eine andere Tarifklasse fällt, erhöht sich der Flugpreis. Gratis ist die einmalige Änderung der Beförderungsklasse, oder des Ziel- oder Abflughafens. Es können aber Aufzahlungen auf die höherwertige Beförderungsklasse oder Strecke anfallen.

Flug umbuchen Ryanair

Ryanair wirbt momentan damit, dass bei Umbuchungen Buchungen, die vor dem 30. Juni 2021 getätigt werden „Keine Änderungsgebühr“ anfällt. Zwei dieser “kostenfreien” Änderungen können vorgenommen werden. Die neuen Flüge müssen bis einschließlich zum 31. Oktober 2021 stattfinden. Die Umbuchung muss mindestens 7 Tage vor dem ursprünglichen Abflugdatum liegen. Allerdings bedeutet das Werbeversprechen “Keine Änderungsgebühr” auch, das zusätzliche Kosten des neuen Fluges sehr wohl zu zahlen sind. Eine Namensänderung, die sich mit horrenden 150 – 160 € zu Buche schlägt ist natürlich nicht möglich. Erst unlängst hat der VKI unzählige Klauseln in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen von Laudamotion erfolgreich bekämpf. Umgesetzt wurde das freilich noch nicht.

Interessant ist auch die Tatsache, dass eine Preiserhöhung des neuen Tickets bei Umbuchungen vom Kunden zu zahlen ist. Was mit der Ersparnis bei einem niedrigeren Preis des Tickets passiert, ist in den Bestimmungen nicht zu finden. Selbst für die Rückerstattung von Steuern und Gebühren für stornierte Flüge verlangt Ryanair satte 20 € Bearbeitungsgebühr, für die Rücküberweisung aufs Konto zusätzlich 8,50 € SEPA Gebühr. Bei Flug Schleuderpreisen von 9,90 € pro Strecke zahlt sich also eine Rückerstattung von Steuern und Gebühren wirklich nicht aus, sondern stellt einen zusätzlichen Kostenfaktor dar.

https://www.ryanair.com/at/de/nutzliche-infos/keine-umbuchungsgebuhr

Flug umbuchen Austrian Airlines

Austrian Airlines bietet den Passagieren für Buchungen bis 31.05.2021 kostenlos Umbuchen an. Wiederum müssen Kosten, die durch eine andere Buchungsklasse des neuen Fluges entstehen, selbst gezahlt werden.

Flug umbuchen Eurowings

Eurowings ermöglicht ab sofort eine unbegrenzte Umbuchung jedes gebuchten Fluges ohne Umbuchungsgebühren. Der neue Flug darf im Reisezeitraum bis 30. April 2022 liegen. Eurowings ist damit von den dargestellten Fluglinien am großzügigsten. Bei Reisewarnungen oder Grenzschließungen kann jederzeit umgebucht werden. Lediglich die entstehenden Mehrkosten wegen einer Änderung in der Tarifklasse, oder wegen des neuen Reiseziels müssen aufgezahlt werden. Weiter verspricht Eurowings auch eine Rückholgarantie, falls für den Urlaubsort eine Reisewarnung ausgesprochen wird, oder ein Lockdown ausgerufen wird.

https://www.eurowings.com/at/informieren/aktuelles-hilfe/fluginformationen-coronavirus.html#Umbuchungskonditionen

Flug umbuchen easyJet

EasyJet wirbt für neue Buchungen mit der Flex-Garantie im Sommer 2021. Bis zu zwei Stunden vor dem Abflug kann jederzeit gebührenfrei auf verfügbare Flüge umgebucht werden. Dies gilt bis einschließlich 30. September 2021. Nur wenn der Flugpreis höher ist, muss die Differenz bezahlt werden, wie bei den anderen Fluglinien auch. Schön finden wir die Möglichkeit den Flug auch bei Lockdowns oder Reisebeschränkungen zu verschieben, einen Gutschein zu erhalten, oder eine Rückerstattung des Ticketpreises zu fordern, selbst wenn der Flug stattfindet.

Steuern und Gebühren bei Flugstornierung zurück

Wenn Sie feststellen, dass eine Umbuchung mit höheren Kosten als das Buchen eines neuen Fluges verbunden ist, sollten Sie Ihren Flug stornieren und direkt von der Fluglinie die Steuern und Gebühren zurückfordern. Die Steuern und Gebühren muss die Fluglinie dem Flughafen für tatsächlich reisende Passagiere abführen. Daher können Sie diese im Voraus geleistete Zahlung zurückfordern. Leider sind Steuern und Gebühren oft nur ein geringer Betrag im Vergleich des gesamten Ticketpreises.

FairPlane Tipp: Leider verlangen viele Fluglinien für diese Rückerstattung und auch für die Rücküberweisung sehr hohe Gebühren. Diese Klauseln in den Beförderungsbedingungen der Airlines sind meist ungültig, aber solange diese noch nicht gerichtlich erfolgreich bekämpf worden sind, gelten sie nach wie vor.

"No show" statt Flugumbuchung ?

Angenommen, Sie haben einen Flug nach Florenz gebucht und entscheiden sich kurz vor dem Abflug, dass Sie doch bei den Freunden im Auto mitfahren, und nur den Rückflug nützen wollen. Wenn Sie die Fluglinie nicht von Ihrem Fernbleiben informieren, dann gelten Sie als „no show“ Passagier.

Es kann passieren, dass Ihnen beim Rückflug das Boarding verweigert wird, oder dass Sie von der ausführenden Fluglinie mit einer Nachzahlung auf Ihr bereits bezahltes Ticket konfrontiert werden.

Diese Vorgehensweise ist aber nicht rechtens, denn nach einer Klage des deutschen Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV) gegen British Airways und die Deutsche Lufthansa hat der deutsche BGH zum Vorteil der Passagiere entschieden: Eine Fluggesellschaft darf Reisende grundsätzlich nicht vom Rück- oder Weiterflug ausschließen, wenn diese den Hinflug oder eine Teilstrecke nicht antreten.

Eine Ausnahme machten die Richter jedoch geltend: bestimmte Kombinationen aus Hin- und Rückflügen sind, beispielsweise wegen der Abflugzeiten, günstiger als andere. Buchen Fluggäste mehrere solche Kombinationen nur mit dem Zweck, später Teilstrecken davon verfallen zu lassen, weil dies für sie „unterm Strich“ günstiger ist, so kann eine Airline gegebenenfalls ein erhöhtes Entgelt für einen Flug verlangen.

Daraufhin haben einige Fluggesellschaften Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert, wonach sie einen Aufpreis auf ein One-way-Ticket verrechnen dürfen, wenn Flugcoupons nicht in der gebuchten Reihenfolge verwendet werden.

Gegen diese Klausel hat dann der österreichische VKI geklagt. Nachdem der OHG anders als der BGH entschieden hat, ergibt sich die skurrile Situation, dass Lufthansa in den AGB einen gesonderten Passus für Passagiere aus Österreich anführt.

Diese Urteile stellen kein EU Recht da und gelten nur für die beklagten Luftlinien.

Umbuchung Pauschalreise

Bei der Umbuchung einer Pauschalreise ist man auf die Kulanz des Reiseveranstalters angewiesen. Stimmt dieser zu, können natürlich auch Umbuchungsgebühren anfallen – sofern das in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vorgesehen ist.

Als angemessen gilt eine Pauschale von bis zu 30 Euro pro Reise, da Umbuchungen immer mit einigem Verwaltungsaufwand verbunden ist. Manche Reiseveranstalter werten eine solche Umbuchung als fiktiven Rücktritt vom Flug und gleichzeitige Neuanmeldung. Entsprechende AGB, wonach dann Stornogebühren anfallen, sind unwirksam. Ausnahme: Dem Reisenden wird für sein Umbuchungsbegehren eine genau bezeichnete Frist gesetzt.

Kann die gebuchte Pauschalreise nicht angetreten werden, darf man bis zum Reisebeginn ohne Angabe von Gründen eine Ersatzperson stellen. Auch hier fällt eine Umbuchungsgebühr an, die meist sehr hoch ist. Daher ist es sinnvoll sich zuerst genau über die gesamten Kosten zu informieren und erst dann umzubuchen.

Ausbessern des Namens

Viele Fluggesellschaften bessern den Namen des Reisenden (sofern es sich um keine Änderung in der reisenden Person handelt), also reine Schreibfehler, auch ohne einer Gebühr aus. Viele Airlines lassen überhaupt keine Änderungen zu. Es lohnt sich aber, seinen eigenen Namen fehlerfrei bei der online-Buchung einzugeben. Haben Sie bereits Ihr Ticket gebucht, ist eine nachträgliche Änderung mühevoll, oft sehr zeitaufwendig und nicht selten auch kostenpflichtig. Ryanair verlangt eine aberwitzig hohe Gebühr von 150-160 € für eine nachträgliche Namensänderung!

Achtung! Bitte beachten Sie bei Ihrer Buchung einer Fluges immer den Namen zu verwenden, der in Ihren Reisepapieren angegeben ist. Steht hier z. Bsp. „Hildegard“, aber Sie schreiben Hilde, kann es vor allem bei der Einreise nach Amerika oder Ägypten zu ernsthaften Problemen kommen. Der Name auf Ihrem Flugticket muss mit dem Namen im Reisedokument völlig identisch sein, besser sie checken die korrekte Schreibweise bevor Sie endgültig ihr Ticket buchen um nachträgliche Änderungen zu verhindern.

Flug wegen Corona selbst stornieren

Übertragung des Tickets auf eine andere Person

Die Übertragung des Flugtickets auf eine andere Person zieht bei den meisten Fluglinien höhere Kosten als der eigentliche Ticketpreis nach sich, hier empfiehlt es sich den Flug wieder zu stornieren.

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Umbuchung wegen unvorhersehbarer Ereignisse

Schluss mit der Vorkasse bei Reisen

Wenn in dem Urlaubsland zum Zeitpunkt Ihrer Buchung noch keinerlei Bedenken wegen Unruhen oder z.B. Terroranschlägen bestanden haben, können Sie oft kulanzhalber kostenlos umbuchen oder stornieren. Holen Sie sicherheitshalber einige Zeit vor Reiseantritt aktuelle Infos über die Lage in Ihrem Urlaubsland. Bei Pauschalreisen ist dies leichter, da die Leistung der Reise aus der Unterbringung und dem Flug besteht. Bei einem reinen Flug geht es nicht so einfach, außer das Ziel des Terrors ist der Flughafen selbst.

Eine Reisewarnung des Außenministeriums berechtigt nicht zur Umbuchung. Diese stellt eine reine Empfehlung dar. Den Entschluss, dieses Land zu bereisen, haben Sie ja selbst gefasst und persönlich das Für und Wider abgewogen.

Abschließend muss man festhalten, dass eine Umbuchung immer mit Kosten verbunden ist. Sich im Dickicht der Bestimmungen mit all den Ausnahmen und oft schwer durchschaubaren Preislisten zurechtzufinden ist nicht einfach.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich für das Buchen Ihres Urlaubs, sei es im Web oder im Reisebüro- ausreichend Zeit, Tippen Sie alle Reisedaten sorgfältig ein und überprüfen Sie die Daten vor dem Absenden sorgfältig Lesen Sie das „Kleingedruckte“ zuerst, nur so können sie vorab feststellen, ob sie alle Informationen zu Umbuchungskosten auch richtig verstanden haben.

Wenn die Kosten der Umbuchung den Ticketpreis übersteigen, dann stornieren Sie Ihr Ticket schriftlich bei der Fluglinie.