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Coronavirus Einschränkungen im Flugverkehr – das müssen Sie wissen

Coronavirus Flugreisen

Update 19.März 2020

Besteht momentan Anspruch auf Ausgleichsleistung nach EU-VO 261/2004 für gestrichene Flüge wegen Corona?

Liebe FairPlane Kunden und Kundinnen, nachdem die EU Kommission neue Leitlinien zur Fluggastrechteverordnung herausgegeben hat, werden gestrichene und annullierte Flüge von ihr während der Corona Krise nicht als entschädigungspflichtig eingestuft, es sollen außergewöhnliche Umstände vorliegen. Das gilt umso mehr für Flüge, für die eine Reisewarnung oder ein Einreiseverbot vorgelegen hat. In diesen Fällen muss das Luftfahrtunternehmen keine Entschädigung zahlen.

FairPlane weiss, dass auch Luftfahrtunternehmen in dieser Zeit erheblichen wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt sind. Die Mitarbeiter von FairPlane befinden sich seit Anfang dieser Woche in Kurzarbeit. Die rasche Bewältigung dieser Krise ist für uns alle wichtig. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, bis auf weiteres keinen neuen Eingaben auf FairPlane mehr anzunehmen.

Bis auf weiteres sind keine neuen Eingaben zur Entschädigung nach EU-VO 261/2004 auf www.fairplane.de möglich
Dies betrifft alle Flüge mit Flugdatum ab dem 10.03.2020.

Natürlich stehen Ihnen dennoch Betreuungs- und Unterstützungsleistungen zu, denn diese muss die Fluglinie auch bei Vorliegen von außergewöhnlichen Umständen erbringen. Ebenso erhalten Sie Ticketkosten für gestrichene Flüge zurück, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Fluglinie. Bis zur Zahlung sollte man sich in Geduld üben. Von der Annahme von Gutscheinen raten wir ab, denn im Fall der Insolvenz einer Fluglinie sind Gutscheine wertlos. Wie die Luftfahrtbranche aus dieser Krise herausgeht, kann niemand prognostizieren.

Update 16. März 2020:

Innerhalb weniger Monate seit dem Auftreten des Coronavirus hat sich die Situation weltweit dramatisch entwickelt. Momentan befinden wir uns in einem Ausnahmezustand.

Prof. Dr. Ronald Schmid, Luftrechtsexperte und FairPlane Unternehmenssprecher: „Vom Antritt einer bereits gebuchten Flugreise oder Pauschalreise sollte man Abstand nehmen. Die Regierungen der betroffenen Länder raten ausdrücklich von Reisen ab. Alle wichtigen und aktuellen Informationen finden Sie auf der Homepage des Außenministeriums.“

Wie verhalte ich mich bei einem bevorstehenden Flug?

Kontaktieren Sie die ausführende Fluglinie und informieren Sie sich auf der Homepage.

Vermutlich werden Sie von der Fluglinie selbst die Information erhalten, wenn Ihr Flug aufgrund der Pandemie nicht durchgeführt wird.

Flüge, die nur aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen nicht durchgeführt werden, sind aus unserer Sicht weiterhin nach EU-VO 261/2004 ausgleichspflichtig.

Anders verhält es sich bei Staatlich angeordneten Aus- und Einreiseverboten: Diese stellen einen das Luftfahrtunternehmen entlastenden außergewöhnlichen Umstand dar.

Eine aktive Stornierung von Ihrer Seite wird nicht notwendig sein. Den Flugpreis für den annullierten Flug werden Sie voraussichtlich von der ausführenden Fluglinie freiwillig zurückerhalten.

Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie sich natürlich an FairPlane wenden. Normalerweise erfolgt eine Rückerstattung innerhalb von 14 Tagen. Nun kann es angesichts des eingeschränkten Bürobetriebs auch zu etwas längeren Bearbeitungszeiten kommen. Dafür sollte man Verständnis aufbringen.

Ich bin im Ausland und will zurückreisen, aber mein gebuchter Flug findet nicht statt.

Die Fluglinie muss Ihnen eine Ersatzbeförderung anbieten. Sie haben auch Anspruch auf die so genannten „Betreuungsleistungen“. Diese stehen Ihnen auch bei außergewöhnlichen Umständen, wie der momentanen Pandemie durch Covid-19 zu. Bitte heben Sie alle Belege für weitere notwendige Übernachtungen, Essen und Getränke sorgfältig auf. Sollte die Fluglinie angesichts der momentanen Situation nicht in der Lage sein, einen Ersatzflug anbieten zu können, dürfen Sie selbst einen Rückflug buchen. Die Kosten für den längeren Aufenthalt und die anderweitige Beförderung können Sie von der Fluglinie zurückfordern. Dies ist die momentan geltende Rechtslage.

Wie läuft der Betrieb bei FairPlane nun weiter, was passiert mit den bestehenden Fällen?

Sehr geehrte Kunden, momentan ist es wichtig die Ruhe zu bewahren und gesund zu bleiben. Auch uns als Arbeitgeber trifft eine Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiter. Daher werden momentan nur die notwendigsten Arbeiten erledigt. Wir ersuchen Sie von Anrufen und E-Mails zum Status Ihres Falles Abstand zu nehmen. Auch in den Betrieben, die zum weiteren Fortschritt der Bearbeitung und der Erledigung Ihrer Ausgleichszahlung notwendig sind, herrscht Kurzarbeit und Notbetrieb. (Fluglinien, Gerichte).

Wir danken für ihr Verständnis! Bleiben Sie uns treu und bleiben Sie gesund.

Alles Liebe,

Ihr FairPlane-Team

Von 09. März 2020

Innerhalb weniger Monate seit dem Auftreten des Coronavirus in China sind zahlreiche Fragen, Ängste und Sorgen in der Bevölkerung aufgetreten. Jeder Mensch reagiert anders: gelassen, gestresst oder auch panisch. Manche decken sich mit Desinfektionsmittel ein und hamstern Lebensmittel. Andere wollen Reisen, die sie vor langer Zeit gebucht haben, nach dem heutigen Stand der Dinge einfach nicht mehr antreten. Zahlreiche Firmen haben Dienstreisen stark eingeschränkt, Großveranstaltungen werden reihenweise abgesagt und die Fluglinien streichen manche Flugverbindungen komplett, oder verringern Ihre Kapazitäten für ausgesuchte Strecken drastisch, um bis zu 50 %, wie die Lufthansa-Gruppe. Austrian Airlines verdonnert alle 7.000 Beschäftigten zu Kurzarbeit und wie sich die Lage mangels der Nachfrage bei Flügen entwickeln wird, ist ungewiss. 

Prof. Dr. Ronald Schmid, Luftrechtsexperte und FairPlane Unternehmenssprecher: Reisende sollten Ruhe bewahren und sich gut überlegen, ob sie ihren Flug eigenmächtig stornieren. Viele Fluggesellschaften bieten die Möglichkeit, den Flug kostenlos umzubuchen oder die Ticketkosten zurückerstattet zu bekommen. Wer eigenmächtig storniert, erhält in der Regel nichts zurück (maximal Steuern und Gebühren des Fluges). Natürlich kann dem Passagier auch eine Entschädigungszahlung von bis zu 600 Euro zustehen, nämlich dann, wenn eine Flugannullierung kurzfristig, und aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt ist.“

 

Was, wenn ich den bereits gebuchten Flug nicht mehr antreten möchte?

Fast alle Luftfahrtunternehmen bieten eine kostenlose Stornierung des Fluges oder eine kostenlose Umbuchung auf ein späteres Flugdatum an. Wird Ihnen keine kostenfreie Stornierung angeboten, haben Sie dennoch Anspruch auf die Erstattung der Steuern und Gebühren Ihres Flugtickets. 

Die Lufthansa Group (Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti) führt ab sofort flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten ein. Die neuen weitreichenden Kulanzregelungen für Umbuchungen gelten sowohl für bestehende als auch für zukünftige Buchungen weltweit. Auch Air France und KLM bietet kostenfreie Umbuchungen an und zahlreiche andere Fluglinien.

Wenn Sie als Passagier selbst eine Umbuchung vornehmen, oder Ihren Flug stornieren, steht Ihnen neben dem zurückerstatteten Ticketpreis keine weitere Zahlung, wie die Entschädigung nach EU-VO 261/2004 mehr zu.

Reiserücktrittsversicherung müssen in der Regel nicht zahlen, wenn ein Reisender aufgrund von Angst vor einer Krankheit seinen Flug oder Reise stornieren möchte. Informieren Sie sich in dem Fall direkt bei der Versicherung. 

 

Wer zahlt, wenn der Flug aufgrund Coronavirus ausfällt?

Wenn Ihr Flug wegen Coronavirus gestrichen wurde, werden Sie vermutlich von der ausführenden Fluggesellschaft informiert worden sein. In der Regel bietet Ihnen die Fluglinie eine Erstattung der Ticketkosten oder eine Ersatzbeförderung an. Zusätzlich kann Ihnen hier, neben den Ticketkosten auch eine Entschädigung nach der EU-VO zustehen:

  • Sie wurden zwischen 14 und 7 Tage vor dem Abflug von dem Flugausfall informiert und fliegen mehr als 2 Stunden früher ab, oder kommen mehr als 4 Stunden später am Zielort an.
  • Sie wurden weniger als 7 Tage vor dem Abflug von der Flugannullierung informiert und fliegen mehr als eine Stunde früher ab und kommen mehr als zwei Stunden später am Zielflughafen an.
  • Es liegen keine außergewöhnlichen Umstände vor.

Prof. Dr. Ronald Schmid:” Wenn das Luftfahrtunternehmen Flüge aus betriebswirtschaftlichen Gründen annulliert, weil die Buchungslage schlecht ist und das Flugzeug nicht voll ausgelastet ist, liegt kein außergewöhnlicher Umstand vor, auch wenn sich diese Situation aufgrund des Covid-19 Virus ergeben hat. Die Airline muss zusätzlich zu den rückerstatteten Ticketkosten eine Entschädigung zahlen.

Anders sieht es aus, wenn ein Land, wie zum Beispiel Israel, ein Einreiseverbot verhängt. Der vom Staat verhängte Einreisestopp für Europäer ist ein typischer externer Grund, den die Fluglinie nicht beeinflussen kann. Hier gibt es neben den Ticketkosten keine Entschädigung. Es liegt ein außergewöhnlicher Umstand vor, die Fluglinie muss keine Entschädigung zahlen.”

 

Anspruch auf Entschädigung kostenlos prüfen

Ob eine Entschädigung für den annullierten Flug zusteht, muss im Einzelfall geprüft werden. Bei FairPlane wird jeder Fall von auf Reiserecht spezialisierten Rechtsanwälten bearbeitet. Ob ein außergewöhnlicher Umstand tatsächlich der Grund für die Annullierung war, muss, falls die Fluglinie eine Entschädigungszahlung verweigert, vor Gericht geklärt werden. Das Beste: Sie als Passagier tragen keinerlei Kosten-, oder Prozessrisiko, denn nur wenn FairPlane erfolgreich ist, wird die Erfolgsprovision von Ihrer Entschädigung abgezogen. Prüfen Sie jetzt Ihren Anspruch

 

Was ist zu beachten, wenn ich jetzt einen Flug buchen möchte? 

Viele Luftfahrtunternehmen bieten bereits bei einer neuen Buchung die Möglichkeit einer einmaligen kostenlosen Umbuchung an. Die Fluglinien versuchen so, die stark zurückgegangene Zahl von neuen Buchungen anzukurbeln. Informieren Sie sich vorab bei der Fluggesellschaft, mit der Sie reisen werden. Natürlich kann man auch einen Tickettarif wählen, der eine kostenfreie Umbuchung inkludiert. Sinnvoll ist es jedenfalls, vor Reiseantritt auf der Homepage des Außenministerium zu informieren und zu achten, ob eine Reisewarnung vorliegt. 

 

Was sind die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 auf den Flugbetrieb?

Einige Fluglinien werden diese wirtschaftlichen Einbußen nicht abfedern können und in die Corona bedingte Insolvenz schlittern, wie das erste Opfer Flybe. Die IATA hat die Auswirkungen von Covid-19 auf die Geschäftszahlen der Fluglinien analysiert und beziffert die Verluste auf 63 bis 113 Mrd. Dollar, was mit Prognosedatum März 2020 beinahe 20 Prozent des jährlichen Gesamtvolumens entspricht. Schnell werden Stimmen aus der Luftfahrtbranche laut, die im Angesicht dieser Krise bereits Zugeständnisse der Politik für eine Änderung der Fluggastrechte fordern. FairPlane setzt sich weiterhin für eine Verbesserung der Fluggastrechteverordnung ein. Auch die Covid-19 Krise darf nicht zu einer Verschlechterung der Verordnung zulasten der Passagiere führen.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich befürchte, mich angesteckt zu haben?

Reisenden wird geraten, die in Regionen mit Covid-19-Fällen waren, einen Arzt aufzusuchen, wenn sie innerhalb von 14 Tagen Fieber, Husten oder Atemnot bekommen. Kontaktieren Sie jedoch den Arzt zuerst telefonisch und weisen Sie auf die Reise hin. Waren Sie in einem ausgewiesenen Risikogebiet z. B. in Italien oder China, sollten Sie unabhängig von Symptomen möglichst 14 Tage Zuhause bleiben. Hatten Sie sogar Kontakt mit einem bestätigten Coronavirus-Infizierten, melden Sie sich sofort beim zuständigen Gesundheitsamt.